Ein geschichtsträchtiger Ort

Das Gebiet um den 394m hohen Michaelsberg wurde schon durch Kelten und Römer besiedelt. Im 5. vorchristlichen Jahrhundert, so vermutet man, stand auf dem Michaelsberg eine keltische Fliehburg. Durch Ausgrabungen wurde auch ein römisches Heiligtum, vermutlich ein Luna-Tempel, nachgewiesen.
Eine christliche Kapelle auf dem Michaelsberg wurde erstmal im Jahre 793 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erwähnt. Im Mittelalter war die Kirche ein Wallfahrtsort, nach der Reformation wurde sie aber nicht mehr genutzt.
Erst 1727, als die Herrschaft Bönnigheim, zu deren der Michaelsberg gehörte, an den katholischen Grafen Johann Philipp von Stadion ging, wurden erste Überlegungen zur Renovation der Kirche angestellt - 1738 wurde erstmals wieder Gottesdienst gefeiert.
1739-1740 wurde an die Kirche ein Klostergebäude, das sogenannte Kapuzinerhospiz angebaut. Als 1785 die Herrschaft Bönnigheim zu Württemberg kam, war der Michaelsberg das erste Kloster in Württemberg und der erste Ort an dem die katholische Religion ausgeübt werden durfte.
Bereits im Jahr 1823 wurde das Kloster wieder aufgehoben und 3 Jahre später wurde dafür eine Pfarrstelle errichtet, die für 42 Ortschaften zuständig war. Von 1935 bis 1945 war die Pfarrstelle verwaist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Katholiken durch Vertriebene und Flüchtlinge wieder zu, so dass die Pfarrstelle wieder besetzt wurde. Nach und nach entstanden rund um den Michaelsberg eigenständige Pfarreien, was 1954 zu einer Aufhebung der Pfarrstelle führte.
Bei Überlegungen, wie das Gebäude auf dem Michaelsberg weiter genutzt werden konnte, entstand der Plan, hier im nördlichen Teil der Diözese eine Jugendbildungsstätte zu errichten.
Die Einweihung erfolgte dann am 17. Oktober 1959 durch den Rottenburger Diözesanbischof Dr. Carl-Joseph Leiprecht.
Mit dem Umbau des alten Kapuzinerhospizes kam neues Leben in die alten Mauern. Vor allem die katholischen Jugendverbände aus den damaligen Dekanaten Ludwigsburg, Vaihingen, Heilbronn und Neckarsulm konnten nun Ihre Fortbildungen, Besinnungstage und Exerzitien auf dem Michaelsberg durchführen.
Da die Räumlichkeiten im Jugendhaus sehr beengt waren, vor allem fehlten Gruppenräume für die Kursarbeit, begannen schon frühzeitig Überlegungen zur baulichen Erweiterung. Konkreter wurden diese Planungen 1974, als das Stuttgarter Architekturbüro Perlia/Schliebitz/Schwarz beauftragt wurde, einen Entwurf für einen Erweiterungsbau vorzulegen.
Nach langwierigen Verhandlungen mit den Behörden wegen landschafts- und denkmalpflegerischer Gesichtspunkte konnte am 17. März 1980 mit dem Bau begonnen werden. Bereits am 7. November 1980 konnte Richtfest gefeiert und am 18. September 1981 im Neubau der Betrieb aufgenommen werden.
Im Rahmen eines Jugendtages des BDKJ am 17. Juni 1982 fand die Weihe des Hauses durch Bischof Dr. Georg Moser statt.
2009 - ein großes Jubiläum - 50 Jahre Jugendhaus Michaelsberg
Mit vielen Veranstaltungen, z.B. "immer wieder Sonntags..." konnten wir dieses Jubiläum feiern.
Auch konnte eine eigens konzipierte Ausstellung zur 50-jährigen Geschichte des Jugendhauses, die untrennbar verbunden ist mit den letzten 50 Jahren der benachbarten Kirche und mit der Geschichte der kirchlichen Jugendarbeit in den umliegenden Dekanaten, präsentiert werden.
Baupläne und Modelle, Schriftverkehr und Fotos, Gästebücher und Ausschreibungen vieler Veranstaltungen sowie Presseberichte dokumentierten fünf Jahrzehnte.



